Bertschi ISO-Tankcontainer auf Südkoreas erster Container-Testfahrt durch die Arktik
Aufgrund der jüngsten geopolitischen Entwicklungen sind die globalen Lieferketten für Chemikalien weiterhin von Unterbrechungen und deutlich längeren Transportwegen betroffen. Um zuverlässige Verbindungen zwischen Asien und Europa aufrechtzuerhalten, gewinnt die Diversifizierung der Transportrouten vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung.
Am 22. August 2026 verliess die „PANSTAR ACRO“, ein für den Einsatz in polaren Gewässern zertifiziertes Containerschiff, den Hafen von Busan und machte sich auf den Weg zur ersten südkoreanischen Container-Testfahrt der PanStar Line über die Nordostpassage. Damit läutete sie eine neue Ära in der maritimen Logistik ein. Bertschi ISO-Tankcontainer sind Teil der Fahrt und haben Danzig in Polen als Ziel.
Die aktualisierte europäische Rotation des Schiffes umfasst Felixstowe, Rotterdam und Danzig. Nach dem aktuellen Fahrplan soll die PANSTAR ACRO am 10. September Rotterdam und am 16. September Danzig erreichen.
Die Testfahrt führt über das Beringmeer durch arktische Gewässer auf der russischen Nordostpassage und soll eine saisonale Seeverbindung zwischen Nordostasien und Nordeuropa erproben. Nach dem aktuellen Fahrplan von PanStar ist die Etappe Busan–Rotterdam auf 19 Tage verplant und bietet damit eine deutlich kürzere Transitzeit als die derzeitigen Asien-Europa-Routen, die in etwa 40 Tagen um das Kap der Guten Hoffnung führen.
„Seit der Gründung unserer Niederlassung in Seoul im Jahr 2024 haben wir uns darauf konzentriert, koreanische Chemieproduzenten mit dem globalen ISO-Tank-Netzwerk von Bertschi zu verbinden“, sagte Justin Kim, General Manager von Bertschi Global Korea. „Die Teilnahme an dieser ersten Fahrt ist eine konkrete Erweiterung dieser Arbeit und verschafft unserem Team direkte Erfahrungen mit einer weiteren Route nach Europa.“
Für Bertschi ist dieser Transport ein erster Sondierungsschritt. Das Unternehmen wird die Fahrt nutzen, um praktische Erfahrungen zu sammeln und die Auswirkungen der Route auf die ISO-Tank-Logistik zu bewerten, darunter die Zuverlässigkeit der Fahrpläne, den Zustand und die Handhabung der Ausrüstung, behördliche Anforderungen sowie die allgemeine betriebliche Durchführbarkeit. Die Teilnahme stellt keine Aufnahme einer regulären Bertschi-Dienstleistung dar.
„Robuste Lieferketten hängen davon ab, dass man alternative Transportkorridore kennt, bevor sie dringend benötigt werden“, sagte Jan Arnet, CEO der Bertschi Gruppe. „Unsere Teilnahme an diesem Testlauf ermöglicht es uns, bereits in einem frühen Stadium operatives Wissen aufzubauen. Jede zukünftige Nutzung der Route würde sorgfältig im Hinblick auf Sicherheit, Compliance, Zuverlässigkeit, Umweltverträglichkeit und Kundenanforderungen geprüft werden.“